HOME OF ROCK - JULY 2004 - www.home-of-rock.de

Electric Frankenstein/Bad Dog Boogie-Doktor Frankendragster Split CD

Nicotine Records

"Split-CDs sind ja bei kleineren, unbekannteren, eher selten chartsnotierten Bands im Punk-, Alternativ- oder Stonerrockbereich immer wieder eine gerne praktizierte Sache, um die Zeit bis zum nächsten eigenen längeren Release zu überbrücken oder auch um selbst mal einen Fuss in die Tür zu bekommen in Sachen Veröffentlichungen, da man dabei ja noch ein bißchen Kosten sparen kann. Das allerdings ein solches Werk gerade mal 27 Minuten dauert, ist dann doch ein bißchen dürftig... Naja, den Auftakt des etwas bemüht "Doktor Frankendragster" (quasi als Konglomerat der beiden Bandnamen) betitelten Werkes machen die New Yorker Underground-Veteranen (so kann man sie nach über 10-jähriger Bandgeschichte in diesem Metier wohl bezeichnen) von ELECTRIC FRANKENSTEIN.
Der Opener Make no mistake ist eingängiger Punk n' Roll im Sinne der "schwedischen Schule" (also a la HELLACOPTERS, BACKYARD BABIES oder SOUNDTRACK OF OUR LIVES). Dead on beauty rockt nicht nur schön vorwärts sondern hat auch den Groove, um dem "Rock" das "n' Roll" beizufügen; ein schönes guitar battle gibt es obendrein. Hate machine folgt dem Trend, der sich z.B. auch an der neuen MARYSLIM-CD "Split visions" (siehe unser Review im HoR) ausmachen läßt: Hard Rock ist (wieder mal) angesagt, und zwar gerne der im Stile der 80er Jahre. Schließlich gibt es noch ein GIRLSCHOOL-Cover mit Not for sale, das als kratziger Thrash Boogie daherkommt. Nix spektakuläres und schon gar nichts innovatives von ELECTRIC FRANKENSTEIN, aber solider Kick Ass Rock. Einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht hat die noch junge Turiner Band BAD DOG BOOGIE. Rumpelte es bei "Motorfucker" (siehe Review im HoR) noch etwas unausgegoren aus den Boxen, präsentiert man sich hier durchaus auf Augenhöhe mit den deutlich erfahreneren ELECTRIC FRANKENSTEIN, ja es wirkt sogar etwas lebendiger und saftiger. Mike Tyson überzeugt als Highway-Rock-n-Roller mit der Extraportion Groove im Bass, während Rotten bones als Brillantine Rock mit Dieselgeruch zu gefallen weiß. Schön die eher untypischen Zutaten Harmonica und Slide guitar beim Trash Roll Boogie 13th floor generation. Einzig das RAMONES-Cover Judy is a punk wirkt etwas verhalten, vielleicht war da zuviel Respekt vor den Originalen im Spiel." (Ralf Stierlen